Montag, 17. Dezember 2007

EmpOeRF - Schickt den ORF in Konkurs

Der ORF hebt die Gebühren um 10% an, weil sonst der finanzielle Kollaps drohe. Die Angestellten verlangen in dieser Situation eine deutliche Gehaltserhöhung. Die mediale Diskussion konzentriert sich auf Programmfragen (gut/schlecht; österreichisch/amerikanisiert). Das geht völlig an der Sache vorbei: die Qualität des Programms hat wenig mit der Höhe des Budgets zu tun.

Worum es wirklich geht? Ein Blick in die Bilanz des Unternehmens erhellt: fast die Hälfte der Bilanzsumme (430 von 990Millionen Euro) sind Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen. Das veranschaulicht das Problem des ORF: zu viele MitarbeiterInnen, zu hoch bezahlt und zu lange gedient. Die Wurzeln reichen jahrzehnte zurück, in jenes goldene Zeitalter, als der ORF verlangen konnte, was er wollte und sich daher leisten konnte, was er wollte und dies leider auch tat. Die Zeiten änderten sich und nun steht er da: Biennalsprünge, 16 Monatsgehälter und großzügige Zusatzleistungen. Obwohl die neuen MitarbeiterInnen zu miserablen Bedingungen angestellt wurden, ist das Durchschnittseinkommen im ORF 80.000 Euro p.a., also das 3-fache des österreichischen Durchschnitts.

Statt aber nun in einer gemeinsamen Kraftanstrengung den überteuerten Tanker an die Gegenwart und ihre Marktbedingungen anzupassen, beschränkt sich das Unternehmen darauf, die gesetzliche Zahlungsverpflichtung der KundInnen auszunutzen. Der Belegschaft ist das ja alles offenkundig so egal, dass sie gleich mal eine zusätzliche Gehaltserhöhung fordert. Ein normales Unternehmen, dass so halsstarrig agiert und die KundInnen offen verhöhnt, schlittert schlicht und schnell in den Konkurs - mmh.

Was aber tun mit einer Stiftung öffentlichen Rechts, die, so schätzen Beobachter, das 3fache der eigentlich benötigten MitarbeiterInnen beschäftigt (4500 statt 1500!) und diese viel zu teuer bezahlt? Das Problem ist strukturell und langfristig, die Gehalts- und Pensionsproblematik wird sich die nächsten 10 Jahre wohl eher verschärfen und die Werbeeinnahmen eher weiter sinken. Was auch immer wir an zusätzlichen Geldmitteln in den ORF pumpen, wird von Pensionen, Abfertigungen und Gehalts­erhöhungen aufgezehrt werden. Und sogar wenn dann noch Geld übrig bliebe, um intelligente Programmreformen zu entwickeln, schöne Eigenproduktionen, zeitgenössische, unpeinliche oder gar kritische Filme – es säßen immer noch die falschen, weil altgedienten, zynisch gewordenen und mäßig kompetent gebliebenen Menschen an den Schalthebeln der Rundfunkmacht, die dies auch weiterhin zu verhindern wüßten.

Mein Verhandlungsangebot: die Belegschaft verzichtet auf 10% aller Zahlungen (Gehälter, Pensionen,...) - oder, noch besser: auf 15% des Teils, der über dem österreichischen Durchschnittsverdienst liegt. Wenn die Belegschaft darauf nicht einsteigt, gibt es 2 Interpretationen: entweder sie wissen, dass die Lage gar nicht so schlimm ist oder sie ist ihnen egal. In letzterem Fall kann es mir ja wohl auch egal sein: dann melde ich mich bei GIS ab; ein paar Freunde mit ORF-Vertrag gibt’s ja noch, die können mir ja dann hin und wieder eine Millionenshow auf DVD brennen. Mit der miserabel kommunizierten (der Verdacht ist: da gibt’s auch nichts gut zu kommunizieren) Digitalisierung hat der ORF ja bereits 150.000 zahlende Haushalte verloren (das sind übrigens zufälligerweise auch 10% - der Verdacht drängt sich auf, dass die Gebührenerhöhung die SeherInnenflucht kompensieren soll). Noch einmal 150.000 und die Stiftung öffentlichen Rechts ORF geht in die Zahlungsunfähigkeit. Und dann könnten wir was G’scheites anfangen.

Freitag, 14. Dezember 2007

der alltag empört

jeden Tag auf's Neue: BesitzerInnen frei(auf und über mein Kind)laufender Hunde im Augarten, Zebrastreifen für eine Richtungsanzeige haltende AutofahrerInnen, den Singenden Knaben Grünflächen verbauende Anleihespekulanten, - habe ich schon ein Wort über die österreichische Politik verloren? manfredo meinte, es sei meiner Entspanntheit (und vermutlich auch seiner, hehe) zuträglich, wenn ich mich äußerte. Also bitte, und danke!